Jako hat also offiziell in einer Presseerklärung bestätigt, überreagiert zu haben. Ach was, wirklich? Leider findet sich in der gesamten Presseerklärung kein einziges Mal das Wort »Entschuldigung«. Da könnte man, um an dieser Stelle den Fußball-Jargon zu bemühen, von einer kläglich vergebenen Großchance sprechen.
Im Folgenden die Chronik der Ereignisse rund um das PR-Disaster von Jako, zusammengetragen von Ole:
1. blogger übt kritik an unternehmen
2. unternehmen mahnt wegen schmähkritik ab
3. blogger nimmt den artikel aus seinem blogg
4. blogger unterschreibt unterlassungserklärung, zahlt 1000 euro
5. unternehmen mahnt blogger wieder ab, weil der text noch in einem newsaggregator (eine art blogsuchmaschine) noch verfügbar ist. der blogger hat keinen einfluß darauf, (»Verletzung der Unterlassungserklärung waren nun binnen zwei Wochen 5.100,- Euro Strafe zu zahlen plus die neu entstandenen Kosten der Kanzlei Horn & Kollegen sowie eine neue Unterlassungserklärung abzugeben, diesmal mit einem Vertragsstrafenversprechen von 10.000,- Euro.«)
6. blogger findet verbündeten, dieser schreibt einen ausfühliche
bloggartikel5. große
netzpräsenz des themas, die reputation des unternehmns sinkt
7. jako erstellt am gleichen tag einen twitter account und schreibt
merkwürdiges zeug
8. der twitter account war ein fake und das unternehmen wird weiter
gegrillt9. jetzt haben die großen Player im Netz das Thema entdeckt (
Heise,
Spiegel,
Chip,
Handelsblatt,
...)
update:10. jako bezieht stellung in einer
presseerklärung. leider findet sich das wort »entschuldigung«
nicht darin wieder.